Bechäftigung von Schwerbehinderten / Ausgleichsabgabe


Arbeitgeber mit mindestens 20 Arbeitsplätzen sind verpflichtet, einen gewissen Anteil schwerbehinderter Menschen zu beschäftigen. Das ergibt sich aus dem SGB IX.

Für jeden nicht besetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen Unternehmen monatlich eine Ausgleichsabgabe von 125 bis 320 EUR. Die Höhe ist davon abhängig, in welchem Umfang die Beschäftigungspflicht erfüllt wird:

Ab 60 Arbeitsplätze errechnen sich die Pflichtarbeitsplätze anhand einer Quote von 5 %.

Einmal jährlich, spätestens bis zum 31. März haben Arbeitgeber an die Agentur für Arbeit für jeden Betrieb und aufgegliedert nach Monaten die Informationen anzuzeigen, die es der Behörde ermöglichen, den Umfang und die Erfüllung der Beschäftigungspflicht für das vorangegangene Kalenderjahr zu ermitteln.

Mit der kostenlosen Software IW-Elan können Unternehmen die Ausgleichsabgabe berechnen und die Anzeige nach § 163 Absatz 2 SGB IX erstellen. Die Software wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag und in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit und den Integrationsämtern entwickelt.

Nach Eingabe der Arbeitsplätze (Dauer mind. 8 Wochen, Umfang mind. 18 Wochenstunden) pro Betrieb und Monat sowie der Angabe der beschäftigten Schwerbehinderten, ihnen Gleichgestellten, § 2 SGB IX und sonstigen anrechenbaren Personen berechnet die Software die Ausgleichsabgabe wie folgt:

Arbeitgeber können eine Menge Geld sparen. Privilegiert werden bspw. Arbeitgeber, die schwerbehinderte Azubis beschäftigen. Deren Arbeitsplätze bleiben zum einen bei der Ermittlung der Gesamtarbeitsplätze im Betrieb unberücksichtigt, zum anderen werden deren Plätze 2-fach auf Pflichtarbeitsplätze, die mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen sind, angerechnet, § 157 Abs. 1 SGB IX. Solche Mehrfachanrechnungen (max. 3-fach) kann der Arbeitgeber bei der Agenturf für Arbeit auch für andere bei ihm besetzte Pflichtarbeitsplätze beantragen, sofern die Teilhabe am Arbeitsleben der darauf beschäftigten schwerbehinderten Menschen auf besondere Schwierigkeiten stößt, § 159 SGB IX.

Sparen können Arbeitgeber auch, wenn Sie Werkstätten für Behinderte mit Dienstleistungen oder Werkaufträgen in Anspruch nehmen. Die Arbeitsleistungen der dort tätigen schwerbehinderten Menschen werden auf den Rechnungen der Werkstätten gesondert ausgewiesen. Die Hälfte dieses Betrages kann von der Ausgleichsabgabe abgezogen werden.

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